Yardfield Colony - The Procession

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Yardfield Colony - The Procession

Der Metal durchbricht eben das, was Religionen und Staaten nicht schaffen. Die Rede ist von Grenzen. So hat diese CD den weiten Weg vom Erzgebirge nach Ostfriesland geschafft. Ok, lassen wir das, zumindest wisst Ihr jetzt, dass YARDFIELD COLONY aus dem Erzgebirge stammen, und zwar aus Thalheim. 2012 schlossen sich einige ortsansässige Krachkumpanen zusammen, um ein wenig rumzulärmen. Dieses haben sie bereits zuvor bei Bands wie DECUBITUS, EOS, XTRO oder LANE getan. Im Jahre 2015 kamen dann Tom (ex-DISOPTION) und Kollege Jo (ex-MENTAL AMPUTATION) hinzu. Einige Gigs konnten gezockt werden, u.a. mit CATTLE DECAPITATION, SUFFOCATION, ENDSEEKER oder CYTOTOXIN. Im Januar musste dann endlich auch was Zählbares her, und so begab es sich, dass die Band den Schritt ins Studio wagte. Heraus kam diese EP, die sie selbst veröffentlichen. Nach einem recht langen (zweiminütigen) Intro geht es mit "The Procession" los. Death Metal, straight in your face, so wie es der Papa mag. Gleich zu Beginn wird ordentlich geblastet und mit einem langgezogenen Riff ins Midtempo gewechselt. Schöner tiefer Gesang wird mit Screams kombiniert. Dabei gehen sie alles andere als stumpf vor, bauen den einen oder anderen Break mit ein, ohne technisch zu klingen oder die rote Linie zu verlassen. Das Tempo wird schön variiert. Macht Laune. Schöne vier Minuten. Zwischendurch wird auch 'ne Melodie drübergeknallt. Herrlich. Absolut bangkompatibel, sogar ein kleiner Circlepit wird eingebaut, um dann wieder Gas zu geben. In diesem Sinne: "Let's go!"

Schleppend und groovend, aber sehr drückend legt man bei "Unhealable" los. Haarband raus und Haare schütteln. Das Riffing kommt einem zwar sehr bekannt vor, macht aber Laune. Midtempo und Groove regieren hier die Welt. Der doppelte Gesang klingt hier fett. Vorspieler und schnelleres Midtempo ist angesagt. Laune! Und dann Blast drauf. Jawoll, mit einem sehr dominanten Riff. Und wieder Wechsel. Kommt gut. Tempo raus, Grunzer drauf und grooven. Jawoll! So zieht man sich durch knappe 26 Minuten, und das Drücken der Repeat-Taste fällt einem nicht wirklich schwer. Hier und da warten sie mit Überraschungen auf. Beim Anfang von "Spineless Victims" kommt man mit Computerklängen daher. Ok, darauf hätte ich gut verzichten können. Der Song selber geht in die bandtypische Kerbe, kann mich aber nicht ganz überzeugen. Einige Thrash- und Melodeath-Zitate werden auch verbraten. "The Harvester" klingt am Anfang so, als ob die CD kaputt wäre, das ist aber absichtlich so. Schönes Gimmick. Danach gibt es auf die Glocke, und man geht in Richtung Melodeath, allerdings auf einem Geballertrip. Der längste Song ist der Rausschmeißer "Predominating The Swarm". Komplex und facettenreich, pure Abwechslung.

Fazit

YARDFIELD COLONY beweisen, dass guter Death Metal nicht immer aus den USA oder Schweden kommen muss. Mittlerweile haben wir in Deutschland ja sehr viele geile Kapellen. Eine Band, die man unbedingt im Auge und vor allem in den Ohren behalten sollte. Durchaus ein leckeres Ding. Vor allem für Freunde, die sowohl den Blast, als auch den Groove Death Metal mögen, fernab von dem Slam-Kram.

Zurück

Einen Kommentar schreiben