Temple Of Void - Lords Of Death

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Temple Of Void - Lords Of Death

Seit 2013 ist dieser Fünfer nun zusammen und ist fleißig Songs am schreiben. Neben dem Demo im Jahre 2013 kam gleich 2014 das Debütalbum namens "Of Terror And Supernatural", und nun also Album Nummer zwei via Shadow Kingdom. Nach einem schönen und bedrohlichen Intro, welches sich musikalisch dem geilen, kriegerischen Cover nähert, geht es mit dem sechsminütigen "The Charnel Unearthing" los. Gleich zu Beginn fällt mir als Vokalist die kräftige, tiefe Stimme von Mike Erdody (ACID WITCH, FAILED, NUKE, HARBINGER) auf. Auf einen langsam vorgetragenen Part knattert er seine Grabvocals. Kommt gut. Nicht ganz so intensiv wie bei der ersten MY DYING BRIDE, aber tendenziell in dieser Richtung. Musikalisch bewegen sich die Burschen zwischen Doom und Death Metal, wobei sie eher im Doombereich anzusiedeln sind. Allerdings ist das Tempo nicht ganz langsam, und man baut hier und da eben Midtempoparts oder auch Vorspieler mit ein. Ansonsten schleppt man sich ordentlich durch die Botanik, wobei man sich gesangsmäßig mit einer bedrohlichen Zweitstimme zu Wort meldet und spielerisch mit Soli zu Werke geht. Irgendwie anders, als die anderen Doom/Death-Bands, die ich kenne. Sehr verspielt und technisch variabel, aber eben eher im Slowbereich bzw. Midtempo. Klingt interessant, wobei mir das dann schon wieder zu viel ist, gerade beim Opener. Am Ende lässt man es dann chaotisch ausklingen.

"A Watery Internment" kommt am Anfang mit einem herrlichen Riff daher, vorgetragen im langsamen Midtempo. Klingt bedrohlich und gut, dann aber wird es irgendwie nichtssagend und auch wieder ein wenig verspielt. Aber mittendrin kommt irgendein orientalisch klingendes Instrument zu Tage und macht den Song absolut bedrohlich. Hinzu kommt dunkler Flüstergesang. Oh ja, das hat was, definitiv. Dann schleppt man sich wieder durch die Botanik, fortführend mit Flüstergesang, und dann die tiefen Growls. Kann man schon ein wenig Angst bekommen. Wobei die Burschen immer ganz heftige Riffs verwenden. Die Amis wissen durchaus, wie es geht. Später wechselt man wieder zum nichtmetallischen Instrument, und darauf ein schräges Solo. Ok. So zieht das Album sich 37 Minuten hin, und auffallend ist auch, dass sie sich der Technik bedienen und Gitarreneffekte nutzen. Wozu gibt es die auch sonst.

Nicht alles kann mich begeistern. Mal so 'ne absolut schnelle Doublebass und sogar Blasts wären nett gewesen. So wie am Beginn von "Ominous Journey" hätte es meines Erachtens öfter passieren können. Der Song "Hidden Fiend" z.B. geht absolut spurlos an mir vorbei, obwohl mittendrin ein schönes, melodisches Riff verwendet wird. Abgesehen davon sind die Burschen weit davon entfernt, eine 08/15-Band darzustellen. Technisch einwandfrei und mit guten Ideen ausgestattet. Dieses hört man am exzellenten Rausschmeißer "Graven Desires". Total verspielt, melodisch, aber eben auch düster und bedrohlich. Sogar Cleanvocals.

Fazit

Wer auf dunklen Death/Doom steht und gerne mal bei HOODED MENACE seine Depressionen auslebt, der sollte EMPLE OF VOID unbedingt anchecken.

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