Poppy Seed Grinder - Bleeding Civilization

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

Poppy Seed Grinder - Bleeding Civilization

Jeppo, als Yarda, der mich ansonsten noch bei "Alienation Mental" anschrieb, ob ich neues Material von den POPPY SEED GRINDERs hören möchte, war ich sehr erfreut, obwohl ich das alte Zeug mehr mag. Ruckzuck gab es böse Post aus der Tschechei, und jawoll, da läuft der Krach. Seit 1997 lärmen die Burschen schon herum und sind nun bei Album Nummer drei, nachdem sie auch bereits vier Demos auf den Markt geworfen haben. Tschechien, ein feines Land, sofern man es dreckig und hart mag. Seit Jahrzehnten lärmt man hier herum. Death Metal, Grindcore und Goregrind sind hier sehr gefragt. Schöne Sachen, denn damit trifft man meinen Nerv. Wäre es nicht so weit entfernt, wäre ich jedes Jahr auf dem Obscene Extreme oder Brutal Assault. Bands wie GUTALAX, SPASM, KRABATHOR, HYPNOS, INGOWING, FLESHLESS, MINCING FORY und GUTTERAL CLAMOUR OF QUEER DECAY, die genialen PIGSTY oder eben auch POPPY SEED GRINDER erfreuen mich seit Jahren, ohne direkt zur Spitze zu gehören. Lädt man tschechische Bands ein, hat man ehrliche Leute, geile Musik und Qualität. So, genug geschleimt.

Betrachtet man das gerade Geschriebene, wundert es wahrscheinlich keinen, dass ich das Album "Bleeding Civizilation" sehr unterhaltsam finde, logen. POPPY SEED GRINDER kann man musikalisch in die Brutal Death Metal-Ecke packen. Allerdings ist dieser Begriff heutzutage mit sehr viel Slam vorbelastet, und davon ist man weit entfernt. 30 Minuten, zehn Songs, Alarm im Darm und keine Gefangene. Eins, zwei, drei, auf die Fresse und ab dafür. Kurz zusammengefasst. In der Kürze liegt die Würze. Diese bedeutet sieben Songs von je unter drei Minuten. Man könnte sie als die osteuropäischen DYING FETUS bezeichnen, nur mit mehr Grindattacken und nicht ganz so mit technischen Spielereien. Songs wie "Humans Are Dead", "Going Through" oder "Bleeding Civizilation" lassen einen nicht gerade verschnaufen. Vor allem ist das Album eins: Brutal, brutal und brutal. Da können sich so einige Ami-Brutal-Death-Slam-Tanz-Schwing-Kapellen definitiv eine Scheibe von abschneiden. Die Drums ballern alles kaputt, können aber auch geschickt in den Groove wechseln. Die Riffs sind scharf und gut plaziert. Das Songwriting an sich ist absolut lecker, und so richtig wird das beim dritten Durchgang erst bemerkbar, so war es zumindest bei mir. Die Ohren sind am Bluten, und so soll es auch sein. Die Grindattacken machen sowas von Laune.

Einen Song möchte ich nicht hervorheben, alle hauen mich mehr oder weniger um. Sicherlich geht komplette Abwechslung anders, aber in dem Radius, in dem man sich befindet, wurde alles richtig gemacht. Über allem steht meiner Meinung nach aber der Gesang. Als Sänger bevorzuge ich auch eine gewisse Art der Abwechslung, und somit machen sie mich glücklich, denn neben den typischen Grunts gibt es sehr geile Screams und Squeals zu hören, also alles, was ich selber gerne betreibe, und vor allem, was ich absolut gerne hören möchte. Topp!

Fazit

So ein richtiger Hit fehlt der Band noch. Für sowas hat man dann Bands wie DYING FETUS, MISERY INDEX, SUFFOCATION oder CANNIBAL CORPSE, aber ansonsten ist "Bleeding Civizilation" ein sehr geiles Brutal Death Metal-Abum geworden, welches den Titel "Brutal Death" auch verdient. Attacke!

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