Persecutory - Towards The Ultimate Extinction

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Persecutory - Towards The Ultimate Extinction

Die Türkei ist immer noch irgendwie ein Exotenland, wenn es um extremen Metal geht, obwohl man sich dort mit extremen Stilrichtungen ja auskennt, aber wir wollen als Metalhead mal nicht politisch werden. PERSECUTORY stammen aus Istanbul und dürften wohl sehr westlich orientiert sein. Seit 2014 lärmen diese Vier jetzt zusammen und haben natürlich noch andere Bands, wobei mir zumindest HELLSODOMY und IMPURATION Begriffe sind, mit denen ich was anfangen kann. 2016 erschien die EP namens "Perversion Feeds Our Force", und nun also das Debütalbum.

Ohne langes Gerede und Umschweife legt man mit "Pillars Of Dismay" los. Der Dönerexpress fängt ohne Vorwarnung an zu rollen. Ohne Gefangene bewegt man sich zielstrebig in Richtung Untergang. Respekt. So, wie die Gitarren klingen, könnte man meinen, dass die Burschen aus dem Sägewerk stammen, hehe. Der Opener kann was, durchaus. Mit "Towards The Ultimate Extinction" wagt man sich an ein fast zwölfminütiges Stück. Nicht meine Welt, definitiv. Aber warum nicht. Das Riffing ist durchaus ok. Die Türken bieten uns eine schnelle Mischung aus Black und Death Metal an. Dabei bedient man sich mehrstimmigen Gesangs. Dieser kommt sehr fett, da er aggressiv und mit ein wenig Hall besetzt ist. Natürlich gibt es da von mir einen Pluspunkt für, da ich ja nicht so auf diesen typischen Black-Gesang stehe. Ansonsten ballern sie sich überwiegend durch die Botanik. Ich bin ja ein Freund der schnellen Klänge, dürfte bekannt sein, aber ich finde die Burschen eigentlich richtig gut, wenn sie eher schleppend, bedrohend und atmosphärisch zu Werke gehen (wie eben beim Titeltrack, so nach vier Minuten, mit Sprechgesang, herrlich). Diese Midtempoelemente haben sie echt drauf, und die machen Laune.

Nun bin ich sicherlich kein Experte, wenn es um Black / Death geht, aber nach dreimaligem Durchhören des Albums habe ich festgestellt, dass es sehr schnell ermüdend und uninteressant wird, wobei es immer wieder geile Abschnitte oder auch ganze Stücke gibt, wie eben der Opener zum Beispiel, oder "Awakening The Depraved Era". Heute kann ich aber den direkten Vergleich erstellen, denn gestern habe ich das Album von den Labelkollegen ATREXIAL gehört. Komisch, dass ich es sage, aber ich hätte mir ein paar epische Passagen mehr gewünscht. Das technische Vermögen ist mehr als vorhanden, und teilweise sind die Songs dann auch überladen, wie ich finde. Allerdings erwähne ich quasi hier nur das Negative, fällt mir gerade ein. Die Ballerpassagen sind hervorragend. Der Drummer ist sehr facettenreich unterwegs, und die Finger der sonstigen Instrumentenfraktion werden am Ende des Tages durchaus bluten. Die Burschen können was.

Fazit

Schlecht ist das Ganze definitiv nicht. Freunde des gepflegtem Black / Death Metal können absolut zugreifen, keine Frage. Irgendwie fehlt mir da aber was, aber was weiß denn schon ich.

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