Morfin - Consumed By Evil

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

Morfin - Consumed By Evil

Die Amis von MORFIN dürfte besonders in unserem Ländle bekannt sein. Seit 2010 musizieren diese Burschen nun zusammen und haben mit Mike den ehemaligen SKELETAL REMAINS-Gitarristen in ihren Reihen. Nach dem geilen Demo "Crystal Darkness" (2011) erschien im Jahre 2014 das Debüt "Inoculation" via F.D.A. Records, welches durchaus für Aufsehen sorgte. Natürlich durfte ein DEATH-Cover nicht fehlen. Schon länger schwirrt der Name durch den deutschen Underground, eben seit F.D.A. Records sie unter ihre Fittiche genommen hat und sie weltweit supportet. Ein starkes Label macht doch viel aus, definitiv. Die Burschen aus dem richtigen L.A., nicht dem ostfriesischen (Lankreis Aurich), bleiben ihrer Old School-Linie treu und hauen mal wieder neun fetzige Deathbratzen heraus.

Die Burschen haben, ähnlich wie GRUESOME, EGOCIDE und auch SKELETAL REMAINS, noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass oben, neben Lemmy, Chuck auf dem Gottesthron sitzt, und somit muss man dieses auch ehren und huldigen. Diese Band ist zu 100% von Chuck und DEATH beeinflusst, und dieses hört man zu jeder Sekunde des Albums, mal ausgenommen von "Posthumous". Ein Song von Basser Michael Gonzalez für alle Metalbasser da draußen, keine Frage. Könnte auch eine Hommage an Cliff Burton sein. Quasi ein dreiminütiges Bass-Solo, begleitet von der restlichen Instrumentenfraktion und ohne Gesang. Nicht mein Ding, aber definitiv mal was Anderes. Aber ansonsten eben definitiv Chucks Huldigung. Gleich der Opener "Reincarnated" macht dieses klar. Zum Glück geht es danach mit "Contorted Truths" und vor allem mit "Carcinogenic Parasite" schön weiter mit DEATH. Aber auch bei Letzterem gibt es ein Bass-Solo zu hören. Dieses passt aber sehr gut rein und drückt den ganzen Song nochmal. "Consumed By Evil", der Namensgeber und Rausschmeißer, bringt dann alles noch einmal auf den Punkt. Chuck reibt sich die Hände und spielt im Himmel (oder wo auch immer) bestimmt Luftgitarre, denn seine Abgesandten und die DEATH-Kirche folgen definitiv zu 100% seinem Weg.

MORFIN bieten auch 2017 das, was sie von Anfang an gemacht haben: Death Metal im Sinne von DEATH. Die alte Schule wird komplett bedient. Das Tempo wird schön variiert, sodass sowohl langsame, als auch mittelschnelle und schnelle Parts vorhanden sind und man die Haare schön im Takt schütteln kann. Die Band ist komplett in den Neunzigern hängen geblieben, und das ist auch gut so. Sehr roher, harter, energischer und aggressiver Sound. Melodische Parts, Soli und nackenbrechende Leads stehen an der Tagesordnung. Die Produktion ist auch auf Old School getrimmt. Passt also. Ein Album, welches sich zum Ende hin steigert, denn die ersten drei Songs sind gut, hauen mich aber nicht vom Hocker. Ab "Demonic Infestation" finde ich das Album bis auf das genannte "Posthumous" echt großartig.

Fazit

Natürlich wird man nicht an DEATH herankommen, aber wer kann das schon? Die Art vom Songwriting beherrschte im Grunde ja nur Chuck. MORFIN bieten aber für Liebhaber dieses Sounds eine sehr geile Alternative. Wer auf Death Metal steht, macht hier nichts verkehrt. Death Metal Victory. Nach dreimaligem Hören muss man aber unbedingt mal wieder die "Leprosy" hören, wie jeden Tag eigentlich. Sei es drum. Ich hoffe, die Burschen von MORFIN gehen zusammen mit GRUESOME auf Deutschlandtour!

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