King Zog - King Zog

von Wilke F.

Bewertung: 10/10

King Zog - King Zog

Um an große Schätze zu gelangen, muss man bisweilen sehr tief graben. Im aktuellen Fall grub ich so tief, dass ich im übertragenen Sinn am anderen Ende der Welt, in Australien, landete. Dafür war das Fundstück aber eben auch ein besonders wertvolles. Alle Freunde des groovenden Doom Metals und jene, die es werden wollen, sollten nun aufmerken: Es könnte sich für Euch lohnen, ein Auge, respektive ein Ohr auf KING ZOG zu werfen. Das Quartett aus Perth im westlichen Australien gründete sich 2014 und zelebriert traditionellen SABBATH-rooted Doom Metal. In diesem Jahr haben sie nun ihr erstes komplettes Album im Gepäck, welches digital via Bandcamp bereits erschienen ist und nun auf eine Veröffentlichung auf Vinyl wartet. Dies soll bereits gegen Ende dieses Jahres der Fall sein.

Ich kann, offen zugegeben, nur selten genug bekommen von Bands, die wissen, wie man ein Riff ordentlich reitet, um eine beruhigend hypnotische Wirkung zu erzielen, ohne akustisch zu veröden. Das ist wie gutes Bier, da bedarf es auch nur weniger, meist ähnlicher Zutaten, die richtig zusammengebraut das subjektiv gesehen leckerste Getränk der Welt ergeben. KING ZOG treffen damit bei mir voll ins Schwarze und machen mit ihrem Debütalbum ein richtig großes Fuzz (Fass) auf. Man fühlt sich instant heimisch, entdeckt aber dennoch jede Menge Eigenständigkeit und frische Elemente. Bereits der Opener "Lost At Sea" holt mich auf diese Weise direkt ab: Schwere, bedrohliche Riffs paaren sich mit einer eingängig groovenden Melodie, die, unterstützt durch den hervorragenden cleanen, aber teils rauen Gesang, eine gehaltvolle Mischung ergeben. Ein paar gut eingestreute Soundsamples und Noises runden das Gesamtbild gekonnt ab. "Man-sized Rotisserie" kloppt dem Hörer dann gleich beherzter, mit etwas mehr Tempo, mitreißend auf's Trommelfell. Auch das Spiel mit dem Tempo gehört also zu den gut gepflegten Skills.

Spätestens jetzt sollte die Nackenmuskulatur aufgewärmt sein, denn gegen den inneren Zwang, hier zustimmend mit dem Kopf fortlaufend im Takt zu schwingen, kann man sich kaum wehren. Die gesangstechnische Schippe drauf kommt in Form mehrstimmiger Vocals, die auch in anderen Songs wiederzufinden sind. Der Gesang ist generell eine große Stärke von KING ZOG und zeigt sich auf den insgesamt zehn Tracks des selbstbetitelten Langspielers sehr facettenreich. In manchen Songs, wie bei "Look Who's Torkan" (Torkan ist übrigens härter als Conan, und sein Schwert ist ebenfalls größer) oder "Temple's Temple", gibt es sogar handfestes Mitgrölpotential. Da kann man sich auf die bevorstehenden Live-Auftritte bereits freuen. Und was die Lead Guitar mitunter zur Auflockerung heraus feuert, wie z.B. beim wütend stampfenden "Hexagram", ist definitiv nicht von schlechten Eltern und klingt manchmal sogar ein wenig bluesig. Einen Lieblingstrack auszumachen, wird da fast schon ein Ding der Unmöglichkeit, denn es gibt meiner Meinung nach nicht einen schwächeren Song unter den feilgebotenen Titeln.

Fazit

Der klassische Doomsound monolithisch inszenierter Riffs mit einigen Stoner- und sogar vereinzelt aufblitzenden Blues-Elementen, sowie die hervorragenden Vocals wissen auf Anhieb zu begeistern. KING ZOG ist ein tonnenschwerer Riff-Kaiju und bietet auf der Langrille eine ausgewogene und derbe Mischung, die das Doomerherz im positiven Sinne niederwalzt. Fans von BLACK SABBATH, ELECTRIC WIZARD oder SLEEP sollten sich direkt eine Dose Bier aufreißen und ohne Umschweife zugreifen.

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