King Parrot - Ugly Produce

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

King Parrot - Ugly Produce

Hier und da schwappen ja mal Bands aus Australien hierher, und meistens haben diese Bands dann eben auch Potential. Und ich rede nicht von AC/DC. Gerade im extremen Bereich hat das Land echt was zu bieten. Aus Melbourne kommen diese fünf Herren, die bereits seit 2010 zusammen musizieren und schon einige Touren hinter sich bringen konnten, u.a. mit Bands wie SOULFLY, OBITUARY, DOWN, CATTLE DECAPITATION, EXODUS oder VOIVOD. Alle Musiker zocken oder zockten in anderen Bands, besonders der Drummer Toddy scheint nichts anderes zu machen (AMPLITUSION, FORESTS UNDER CONSTRUCTION, ROME, BLACK MASK, HEADKASE, SLEIGHER, u.v.m.). Mittlerweile ist die Band beim dritten Album angekommen. Zehn Songs in 26:52 Minuten spricht nicht gerade von Doom, und genauso ist es auch. Davon sind die Burschen so weit entfernt wie der HSV von der Meisterschaft. Ok, keine Fußballvergleiche mehr, Notiz für mich selber.

Es ist schon ein wenig merkwürdig, was da aus den Boxen gekrochen kommt, und auch sehr eigenständig. Eine Kombination aus Grind, Thrash Metal und komischen Screams. Die Vocals fallen als erstes auf und bleiben natürlich hängen. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran, will sie nicht missen und bringt sie sofort mit KING PARROT in Verbindung. Also alles richtig gemacht, würde ich mal sagen, gelle. Der Opener "Entrapment" haut so ziemlich alles weg. Man versteht, warum so wenige Menschen in Australien leben. Dabei dürfen sich Kuttenträger und Cappieträger freuen und können sich die Klinke in die Hand geben. Die Songs sind sehr kurzlebig, aber dafür intensiv und voller Power. Schon eine derbe Mischung, was die Burschen hier zelebrieren. Der Rausschmeißer "Spookin' The Animals" ist schon der längste Song mit 3:58 Minuten. Ansonsten bewegt man sich zwischen 1:52 und 3:08 Minuten. Kurz und auf die Glocke, so soll es sein.

Der Fünfer kann sich nicht entscheiden und haut alles rein, was es gibt. Überwiegend mischt man Grindcore mit Thrash Metal. Hinzu kommt ein Portion Punk, ein Handkante Hardcore und Elemente aus dem Death Metal-Bereich. Fertig ist die KING PARROT-Suppe. Eine Suppe, die dann nachher schmeckt, und zwar nach einer Geschmacksrichtung. Trotz der vielen Zutaten. Man kommt irgendwie immer auf den Punkt und kann damit punkten. Das Songwriting hat trotzdem Hand und Fuß und geht gut ins Ohr. Powervoll und aggressiv. Die Produktion fügt sich nahtlos ein.

Fazit

Gutes Material. Die Stimme ist aber echt heftig, und daran muss man sich gewöhnen. Beim ersten Durchhören fand ich sie noch voll nervig, beim zweiten Mal ok, und beim dritten Mal kann man sie sich nicht mehr wegdenken. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich die Stimme, nachdem ich das Album länger nicht gehört habe, wieder sehr anstrengend finden werde. Egal, gehört nunmal dazu. Macht Euch Euer eigenes Bild. Zumindest ist sie etwas Besonderes und hat einen hohen Wiedererkennungswert, so wie die Musik auch.

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