Ira Tenax - Portrait Of The Fallen

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 6/10

Ira Tenax - Portrait Of The Fallen

Erbarmen, zu spät, die Hessen kommen. So heißt es im deutschen Liedgut, aber so schlimm ist es nicht. IRA TENAX stammen aus Hanau und sind bereits seit 1999 dabei, und liefern mittlerweile auch schon das dritte Album ab. Das Label STF Records hilft ihnen dabei! Das letzte Album erschien im Jahre 2006, und 2014 wollte man wohl nochmal mit einer EP namens "Mental Scars" und nun eben dem dritten Full Length angreifen. Mit einen schönen, melodischen Intro fängt der fast 47-minütige Spaß an, und von Anfang an hört man, wohin die Reise geht. "Senses", der Opener, gibt die Richtung eindeutig vor. Melodischer Death Metal, so soll es sein. Gehen wir mal frisch ans Werk, dann die anderen Alben der zornigen Burschen, zumindestens namensrechtlich bezogen, kenne ich nicht. Mit melodischem Death Metal habe ich ja immer so meine Probleme, muss ich sagen, denn auch hier gibt es eine weite Breite. Natürlich stehe ich auch auf die alten Sachen von IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY oder GATES OF ISHTAR und neueren Bands wie DECEMBER FLOWERS z.B. Was ich nicht mag, ist der Cleangesang, der in den letzen Jahren immer mehr Einfluss genommen hat. Natürlich bietet dieses den Bands eine gewisse Abwechslung, keine Frage, aber mein Fall ist es eben nicht. Gesangstechnisch zeigen sie genau die von mir nicht so geliebte Variante. Natürlich growlt man sich den Wolf, verwendet auch sonstige Shouts, aber eben auch den Cleangesang. Musikalisch kann man aber einiges aus dem Feuer holen, denn man zeigt sich sehr innovativ und dürfte eher was für die Tanzmäuse als für die Die Hard-Freaks sein. Soundtechnisch bewegt man sich zwar eher im Mittelfeld, allerdings bietet man songwriterisch so einiges an Positivem. Die Riffs sind schön aggressiv, die Melodien einprägsam und der Drummer treibt die ganze Geschichte ordentlich an. Hier groovt es teilweise sogar ordentlich, und man verarbeitet Breakdowns. Musikalisch sicherlich keine 08/15-Nummer, definitiv. Hier hat sich eine Band Gedanken gemacht, nicht so zu klingen wie die anderen Genossen. Man hat schon einen breit gefächerten, aber eigenen Stil. Die Riffs sind zwar nicht neu oder komplex, bleiben aber eben hängen. Dieses ist ja wichtig.

Fazit

"Portrait Of The Fallen" kommt nun auch nicht mit Übersongs oder so daher, aber Songs wie eben der Opener oder "Lord Of War" knallen doch recht ordentlich! Überwiegend bewegt man sich im Midtempo, und damit fährt man auch gut. Sicherlich ist nicht alles Gold, was glänzt, aber schlecht ist definitiv etwas anderes. Freunde des melodischen Death Metal dürfen sich das Teil definitiv zulegen.

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