Insurrection - Extraction

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Insurrection - Extraction

Seit 2003 sind diese Burschen aus Quebec schon unterwegs, sagen mir aber nicht wirklich etwas. Kanada ist ja dafür bekannt, immer wieder einmal gute Extrembands herauszuhauen, so wie CRYPTOPSY, KATAKLYSM oder NEURAXIS. In den ersten fünf Jahren haute man zwei Demos heraus, bevor 2008 dann das Debütalbum herauskam. Mittlerweile haut man das vierte Album raus, wieder via Galy Records. Zehn mal Death Metal, aber nicht so altbacken, wie man es heutzutage an jeder Ecke hört, sondern recht modern. Das fängt beim Sound an und hört beim Riffing auf. So modern allerdings dann auch wieder nicht, denn es ist schon lupenreiner Death Metal. Produziert wurde der ganze Spaß bei Pierre Rémillard im Wild Studio (CRYPTOPSY, VOIVOD, KRISIUN etc.). Der Sound drückt ordentlich. Der Opener "System Failure" zeigt uns gleich, dass Kanadier nicht nur der Name einer Sportart ist, sondern dass sie auch eine eigene Spielweise haben. Irgendwie haben die etwas im Grundwasser, so dass die immer irgendwie technischer zu Werke gehen müssen. Fast alle kanadische Bands, die ich in meinen fast 30 Jahren Metaldasein kennen und schätzen gelernt habe, haben diesen Anspruch an sich. Dabei vergessen sie aber nicht, das Songwriting geradeaus zu gestalten.

So ist es auch bei INSURRECTION. Die Drums knallen, die Riffs sind knorrig und die Vocals sind teilweise schon bestialisch, natürlich am Growlen wie Sau. Dabei legt man hier Wert auf Druck und nicht auf Geschwindigkeit. "Onward To Exticntion" zerstört einen durch eine raffinierte Mischung aus Thrash Metal und melodischem Death Metal. "Pull The Plug" geht da schon eher in die Old School Death Metal-Ecke, sehr schwer und heavy. Der Song hat einen tranceähnlichen Part inne, der sehr melodisch daherkommt und dem man leicht verfällt. Während man die ersten drei Songs im Englischen vorgetragen und das Tempo eher midtempolastig gestaltet hat, ändert man ab dem vierten Song die Marschrichtung. Nun gibt es französischen Gesang. Heftig. Anscheinend ist die Sprache härter, denn auch die Musik wird aggressiver und schneller. "Le Prix À Payer" sollte da unbedingt erwähnt werden. Eine geile Mischung aus Death und Thrash Metal, sehr viele Wechsel, sehr technisch und sehr aggressiv. Schöne Tempowechsel. Geht absolut ins Mark. Danach kommt man wieder zum Englischen mit "The Eulogy Of hate" und "Parasite". Harte Beats, Soli und melodische Parts werden einem um die Ohren geknallt.

Die beiden französischen Songs "Le Pesant D'Or" udnd "Misére Noire" folgen und setzen den Härtegrad von "Le Prix À Payer" fort. Alles natürlich auf technisch hohem Niveau, keine Frage. Auch der teilweise doppelte Gesang drückt ordentlich. "Assassins" groovt so vor sich hin, nimmt dann aber schön Fahrt auf, allerdings nimmt der mich irgendwie nicht so mit auf die Reise. "Data Extracted...End Transmission" ist der Rausschmeißer, ist von Anfang an ein schleppendes Monster, und Bruno Bernier (OBLIVION) ließ es sich nicht nehmen, Gastvocals abzuliefern. Besonders erwähnenswert sind hier die Drums, die sehr verspielt und technisch anspruchsvoll klingen. Der Song hat etwas Atmosphärisches und beinahe schon Episches. Die langsame Grundgeschwindigkeit steht ihnen auch gut, und das melodische Riffing klingt hervorragend. Fetter Abschluss.

Fazit

Mit "Extraction" ist INSURRECTION ein gutes Album gelungen, technisch auf hohem Niveau und irgendwo zwischen Death und Thrash Metal liegend. Die Songs grooven ordentlich und sind sehr druckvoll und aggressiv. Mir ist das teilweise zu überladen, obwohl die Burschen nie den roten Faden verlieren. Anchecken.

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