In Reverence - The Selected Breed

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

In Reverence - The Selected Breed

Schweden, Schweden und nochmals Schweden. Ach ja, fast so geil wie Ost-Ost-Ostfriesland. Aber nur fast, hehe. Ok, die Metalszene ist schon etwas Besonderes dort, und die von mir innig verehrte Death Metal-Szene sowieso, keine Frage. IN REVERENCE gehören seit 2010 der Szene an, klingen aber so gar nicht typisch schwedisch. Weder Göteborg, noch Stockholm lassen grüßen. Das Trio rund um Oscar von OVERTORTURE stammen zwar aus Stockholm, schlagen aber einen etwas anderen Weg ein. Dieser Weg wird nun vom holländischen Label Non Serviam Records begleitet. Gemeinsam wurde im Mai 2017 das Debüt rausgehauen, zuvor gab es eine Demo, eine EP und zwei Singles. Wenn ich auf einem Beipackzettel "atmosphärischer Death Metal" lese, wird mir immer etwas mulmig. Könnte sperrig und verspielt sein, ohne Struktur für mich. Aber hoppla.

Der Opener "Jahiliah" kommt da ganz anders aus den Boxen gekrochen, und auch der Knattersong "Prometheus" verspricht Gutes. Auch der nachfolgende Song "The Selected Breed" verspricht einiges, und hält dieses auch. "Jahiliah" geht aber schon klangvoll und atmosphärisch los. Gitarren folgen, Drums drauf und man bleibt in der Schiene. Panik macht sich schon bei mir breit, aber dann erwartet Euch ein schönes Death Metal-Gewitter, yeah! Geile Growls, gepaart mit sehr fettem Riffing und Tempowechsel, so dass einem zu keiner Zeit langweilig wird. Während man sich tempomäßig beim Opener noch zurückhält, geht man bei "Gods Of Dehumanization" in die Vollen und gibt richtig Gas. Ein Segen für mein Herz. Der Drummer metzelt alles nieder, und zur Abwechslung fügt man blackige Screams hinzu. Herrlich. "Prometheus" bietet genau das, was die Band ankündigt: Atmosphäre und Death Metal, im Vergleich zum Vorgänger eher im ruhigeren Bereich. Dieses ändert sich aber dann wieder. Beim Song "The Selected Breed" haben sie bestimmt zum Drummer gesagt: "Mach mal", und ab geht die Luzi. Eine Attacke auf unsere Ohren jagt die andere. Schön fix der Spaß. Tempowechsel dürfen nicht fehlen, und am Ende wendet man sich wieder den atmosphärischen Klängen zu. Geil. So haut man sich quer durch neun Songs, und nach 34 Minuten ist der Spaß auch schon wieder zu Ende und ich muss feststellen, dass Death Metal und Atmosphäre durchaus zusammen passen. Hut ab vor dieser Leistung, auch wenn man hier und da meines Erachtens ein wenig zuviel will.

Fazit

Interessant finde ich, dass sie eine gesunde Mischung entwickelt haben. Zwar verwenden sie z.B. auch Melodien, lassen diese aber nicht im Vordergrund laufen und setzen sie sehr bedacht und dosiert ein. Gute Idee, zumal sie auch top klingen. "The Selceted Breed" ist ein wirklich gutes Death Metal-Album. Die Betonung liegt auf Death Metal!

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