Hellhead - Niemals Zurück

von Hans H.

Bewertung: 10/10

Hellhead - Niemals Zurück

Nach dem ersten HELLHEAD-Album sagte ich schon, dass die Messlatte für das zweite Album sehr hoch hängt und die Jungs das nicht toppen können. Sie haben es nicht geschafft, aber sie konnten das Level halten. Es befindet sich für mich kein Ausfall auf der Scheibe. Textlich sind die Jungs sich treu geblieben. Das Maritime ist stärker ausgeprägt als auf der ersten Scheibe, und da der Wind ab und zu von rechts bläst, wird links gegengesteuert.

"Frühling", die erste Nummer, ist textlich ein Song, der Hoffnung macht und mit einem flottem, melodiösen Gitarrenlauf einem gleich durch die Glieder geht. Ein Pfiff, und es wird mit "Sucker" recht punkig, und man lädt zum Pogen ein. Eine Eigenart von HELLHEAD, englische Wörter geschickt in deutsche Texte einfließen lassen. "Neuer Morgen" ist ein Stück im Midtempo, welches dem Hörer eine positive Message vermittelt. Gedoppelte Gitarrenläufe krönen den Song noch zusätzlich. "Guantanamo Express" war der erste Song, den HELLHEAD über eine Internetplattform veröffentlichten, als die ersten Flüchtlingsheime brannten. Ein geiles Gitarrenriff, gefolgt von Gitarrenläufen geht es melodiös gegen den rechten Strom. Ein ausgedehntes Gitarrensolo gibt dem Song noch eine besondere Note. Die Bassgitarre ertönt, ein Schrei, die Gitarren kommen mit einer schleppenden Drum. "Monster" ist für mich mit eines der Highlights des Albums. Es sticht durch seine düstere Atmosphäre heraus. Nach einem ausgiebigen Instrumentalpart ertönt wieder nur der Bass, und es wird eine unheimliche Atmosphäre mit Geräuschen, einer Gitarrenmelodie und einem flüsternden "Monster" erzeugt, um dann den Song mit dem Refrain zu beenden.

Kompletter stilistischer Wechsel! Eine gar fröhlich treibende Melodie tönt durch die Boxen, und es wird im Chor ein "Damals" in alter Punkmanier gebölkt. Der Song lädt zur Party ein, auch wenn der Text einen gewissen Generationskonflikt beschreibt. (So etwas gab es damals auch nicht!) "Schwarzer Rabe" ist ein cooler Metalsong mit gedoppelten Gitarren. Auch hier muss eine maritime Geschichte herhalten, um ein alltägliches Phänomen zu umschreiben. Im Booklet ist eine Notiz über dem Song: "Über Aberglaube und Lehren". Auch in dem achten Song "Black To Black" sticht man wieder in See. Auch dieser Song ist auf Deutsch mit englischen Worteinwürfen. Die Nummer ist metallischer Natur und überzeugt durch einen coolen, ausufernden Instrumentalpart. Das ist Abwechslung! Die Videoauskopplung "Das Meer" ist eine schöne Metalnummer mit klasse Refrain. "Hardpunk": Hier ist nicht nur die Mucke hart, sondern auch der Text hat es in sich. Hier wird wieder Farbe bekannt. Und die ist nicht braun! Live lädt der Song zum Pogen ein. Nun ist man leider auch schon am Ende der CD angelangt. "Denkmal": Eine sanfte Gitarrenmelodie erklingt (man könnte Parallelen ziehen zu DEEP PURPLEs "Contact Lost") und es werden Namen von deportierten Menschen aufgezählt, die in Jever im Dritten Reich ihr Leben lassen mussten. Wieder einmal kommen die starken, gedoppelten Gitarrenläufe zum Einsatz. Mit "Männer Vom Meer" wird musikalisch an die Opfer gedacht. Die Metalnummer beinhaltet aber auch textlich eine Frage, die wir nicht objektiv beantworten können, und ich hoffe, wir werden nie mehr in der Hinsicht geprüft!

Info: Es gibt drei Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben: "Nachts im Viertel", "Minus D" und "Winterzeit". Die ersten beiden Songs dürften einige HELLHEAD-Anhänger aus dem früheren HELLHEAD-Programm kennen.

Anspieltipps: "Monster", "Schwarzer Rabe" und "Das Meer"

Fazit

Punkiger Metal mit gedoppelten Gitarren, treibendem Bass und Gitarrensoli, die man mitsummen kann. Die markante Stimme von Mattes mit seinem charmanten, nordischen Slang und seinen tiefgründigen Texten ist es, was HELLHEAD ausmacht. Die Songs funktionieren live alle sehr gut und haben durch Ihre Mitsingrefrains einen Ohrwurmcharakter. Der Soundmann Jörg Uken aus dem Hause Soundlodge hat eine sehr gute Arbeit abgeliefert und eine Art Livedynamik in den Songs beibehalten. Der Gesang ist deutlicher als bei der Vorgänger-CD, und im Booklet hat man darauf geachtet, dass sich der Text vom Hintergrund abhebt.

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