Gravesite - Neverending Trail Of Skulls

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 6/10

Gravesite - Neverending Trail Of Skulls

Aus Bologna, Italien, kommen nicht nur Spaghetti Bolognese (oha), sondern auch GRAVESITE. Der Vierer rund um Irokesenschnittträger Gioele (HAEMOPHAGUS) lärmt schon seit 2014 zusammen und liefert nun via Xtreem Music sein zweites Album ab. Xtreem Music, Death Metal, Mitglieder von HAEMOPHAGUS, Bandname mit "Grave". Oh ja, das könnte was für den Papa sein. Drei Viertel der Band waren vorher bei UNDEAD CREEP. Dann schauen und hören wir mal. Oh ja, der Opener nimmt mich definitiv mit auf die Death Metal-Reise. Schön fixer Old School Death Metal. Sound auf alt getrimmt, obwohl die Produktion hätte besser sein können. Schön fix, Solo, dann Groover, bedrohlicher Doompart mit bösen Vocals, um dann wieder Zunder zu geben. "Neverending Trail Of Skulls" wurde zu Recht als Opener gewählt.

"Postmortem Fetal Extrusion" geht in dieselbe Richtung, und "Sewer Freaks" hat alles, was ein geiler Death Metal-Song braucht. Schnelle Riffs, Soli, Vorspieler, langsame Erholungsmomente. Richtig verspielt zeigt man sich bei dem siebenminütigen Stück "Global Disease Madness". Doomig geht es los, dann folgt ein längerer Midtempopart. Nach zwei Minuten setzt der Gesang ein, man ist aber immer noch im Midtempo unterwegs. Eine schöne, langsame Uftata läuft nebenher. Das Riffing wird langsam variiert, und man wartet irgendwie auf den Vulkanausbruch. Und ja, nach 3:30 geht der Spaß dann richtig los. Es wird Gas gegeben, aber nicht volle Kanne. Man legt mehr Wert auf das dominante Riffing. Irgendwie zieht sich der Song aber sehr, und man wird schnell satt. Am Ende wird es dann wieder langsam, aber schön bedrohlich. Das Album macht definitiv Laune, leider klingt es wie eine Kopie des Debütalbums. Die Riffs sind auch sehr ähnlich. Wer das Debüt nicht kennt, ist klar im Vorteil und unvoreingenommen. Die alte Schule wird abgegrast, und neues Zeug kommt den Italiern nicht auf dem Tisch. Klassischer Death Metal schwedischer, amerikanischer und britischer Natur, und hier und da Ausflüge in den Crustbereich. Macht Spaß, bietet aber nichts Neues. Das hohe Tempo freut mich, allerdings schaffen sie es nicht, einen dauerhaften Eindruck zu hinterlassen, wie z.B. INCARCERATION mit ihrem D-Zug-Death Metal. Allerdings bleibt man sich selber treu.

Fazit

Wer das Debüt mag, wird "Neverending Trail Of Skulls" ebenfalls mögen, keine Frage. Das Songwriting ist ein wenig interessanter geworden, trotzdem bleibt zu wenig hängen, betrachtet man das Album im Ganzen. Schlecht ist das definitiv nicht, aber der Markt ist mittlerweile zu groß geworden. Old School Deathern, die nicht genug bekommen, dürfte es aber egal sein. Sie werden Spaß daran haben, so wie ich.

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