Extremity - Extremely Fucking Dead

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

Extremity - Extremely Fucking Dead

Seit 2016 treiben diese Bay Area-Unholde schon ihr Unwesen, zelebrieren aber nicht den dort ansässigen Sound, sondern haben sich dem Death Metal verschrieben. Und wieder einmal sind keine Unbekannten am Start. Wen wundert es da, dass man gleich einen Deal mit 20 Buck Spin bekommen hat? Erika Osterhout (FEMACOFFIN, NECROSIC, SCOLEX, TREPANATION, ex-THE BURIAL TIDE, 2084, ex-LYCUS), Aesop Dekker (VHOL, ex-AGALLOCH, ex-LUDICRA, KHÔRADA, WORM OUROBOROS, ex-GRINCH, ex-HICKEY, ex-MIAMI, ex-THE FUCKBOYZ, ex-YOGURT), Marissa Martinez-Hoadley (CRETIN, ex-REPULSION) und Shelby Lermo (ULTHAR, VASTUM, ex-APOCRYPHON, ex-CRETACEOUS, ex-HIDEOUS, ex-DALTON, ex-WOMANOWAR). Besonders Marissa sollte dem Underground und Krachfetischist ein Begriff sein. Und womit haben sie einen Vertrag bekommen? Mit Recht.

Die fünf Songs bieten nichts Neues, dafür was Altes, und zwar Old School Death Metal der leckeren Sorte, wie es eben gerade viele Bands machen, aber eben nicht alle sehr erfolgreich. EXTREMITY bewegen sich dabei auf sehr abwechslungsreichem Eis und können mich sowohl musikalisch, gesangsmäßig als auch produktionstechnisch begeistern. Irgendwie mischen sie alles, was es gibt, und dieses zu einer sehr gelungenen Einheit. Im Bus einsteigen und zum Fahrer mal sagen: "Ein Death Metal-Ticket, bitte, weltweit". Die Reise geht los, und man besucht die USA, Schweden, den United Kingdom und die Niederlande. Gevatter BOLT THROWER grüßt z.B. bei "Bestial Destiny" ganz schön in die Runde. Man merkt, dass die Mitglieder der Combo nicht erst seit gestern im Business unterwegs sind und mischen so alles, was sie selber auch gerne hören, und damit sind sie bei mir natürlich genau an der richtigen Stelle. Wie gesagt, das ist alles nicht neu, nur einfach stark kombiniert und songwriterisch sehr gelungen, auch wenn die Riffs nicht von ihnen erfunden wurden.

Auf jeden Fall habe ich meinen Kopf und meinen Nacken ordentlich bewegen können und bin durchaus glücklich und begeistert. Da ich nun einmal ein Death Metal-Lunatic bin, kann man mich sicherlich auch sehr schnell glücklich machen, aber ich habe in den letzten Jahren auch einiges an unbrauchbarem Material gehört, und dazu gehören diese fünf Songs definitiv nicht. 26 Minuten, die einfach nur Laune machen. Die Repeat-Taste wurde gerne noch zwei Mal betätigt, und Stimmung. Hat nichts damit zu tun, dass zwei hübsche Frauen dabei sind, schaden kann es aber sicherlich nicht. Aber mal ehrlich: Dass eine Frau beim Death Metal dabei ist, kann man erwähnen, lockt aber doch keinen Christen mehr aus der Kirche. Ist ja wahrlich keine Ausnahme mehr. Egal, diese morbide Grundstimmung macht das Ding aber zu einem echten Leckerli. Schön gruftig irgendwie, hinzu diese dreckige, aber klare Produktion und der morbide Gesang, der ohne den angesagten Hall auskommt und mich völlig überzeugt und mitnimmt. Musikalisch dann das alte Riffing der Neunziger, als Death Metal noch eine richtige Seele hatte. Diese Mischung aus Morbidität und Neunziger-Death gelingt den beiden Herren und den beiden Damen hervorragend und nimmt mich mit auf eine erneute Reise in die Vergangenheit, die ich natürlich absolut gerne antrete. Bin mal auf das Full Length gespannt, welches hoffentlich kommen wird.

Fazit

Knaller. Je mehr ich sie höre, umso besser finde ich die fünf Songs. Death Metal Victory. Midtempo und schnelle Uftata-Parts gehen Hand in Hand. Juchhe! Für Fans von ENTOMBED, DISMEMBER, AUTOPSY, INCANTATION, BOLT THROWER, BENEDICTION, ASPHYX...eine sichere Bank!

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