Entrench - Through The Walls Of Flesh

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Entrench - Through The Walls Of Flesh

Das von mir so heiß geliebte Schweden scheint ja Unmengen an Musikern zu haben, wie man des öfteren feststellt. Diese drei Antagonisten stammen aus Västerås. Klingt klein, hat aber immerhin 120.000 Einwohner. Da kann man schon mal eine Band gründen, und da gefühlt jeder zweite Schwede ein Metalhead ist, sowieso. Ist klar. seit 2005 lärmen diese Burschen nun schon zusammen rum und liefern uns via I Hate, einem schwedischen Label, ihr Album Nummer drei. Natürlich haben wir hier keine Frischlinge am Start, und besonders Drummer Mats könnte dem Einen oder Anderen ein Begriff sein, denn er zockte schon bei SUFFER, GODHATE, ABBOTH und DEAD AWAKEN. Mit einem kleinen Intro namens "The Coming Storm" geht die Bedrohung los, und nach ca. 35 Sekunden geht man nahtlos über in "Dawn Of War", welches als langes Instrumentalstück beginnt, mit abwechselnden Riffs und Tempowechseln. Nach 3:30 geht die Maschine so richtig los, und es fliegt einem richtig alte Schule um die Ohren. Moderne Elemente erwartet man hier vergebens, und das ist auch gut so. Der Gesang ist thrashig und auf alt produziert, so wie der gesamte Sound. Alles Andere würde ja auch keinen Sinn geben. Ein bisschen Hall dürfte auch drauf sein, kann ich nicht genau sagen, klingt aber so. So wie damals, bei den guten alten Bands POSSESSED oder MERCILESS.

Da sind wir auch schon beim Thema, denn genau in diese Kerbe schlagen ENTRENCH, und besonders Liebhaber von POSSESSED werden ihre wahre Freude daran haben, auch wenn die Songs die Qualität der Götterband nicht erreichen. Viel Neues hört man nicht, nur aufgewärmten Death/Thrash der alten Schule. Aber wer macht heutzutage noch wirklich was Neues? Ich persönlich finde es gut, wenn Bands mal wieder der alten Schule fröhnen. Der Opener geht vom Riffing her schon mal gut ins Ohr. Der nachfolgende Song "Enter The Fray" zieht irgendwie an mir vorbei, ist aber nicht schlecht. "Iron Coffin" kann mich da schön mit auf die Reise nehmen. Von Anfang an wird das Tempo hoch gehalten. Vorspieler und schnelle Uftata. ENTRENCH beweisen, wie z.B. damals auch EDGE OF SANITY, dass man auch ohne Blastbeats auf Geschwindigkeit und Härte kommen kann. Ein markantes Hauptriff wird niedergedroschen und die aggressiven Vocals draufgeballert. Geiler Song, der wahrscheinlich auch bei mir im Radio landen wird. Nach ca. drei Minuten nimmt man das Tempo raus und geht in einen groovigen Part mit melodischem Lead über. Herrlich. Fettes Teil. Passt. Kommt gut. Langsames Drumming drüber, Solo, und ab geht die Luzi. Jo, "Iron Coffin" ist definitiv der Gewinner des Albums. Am Ende geht man wieder in den Anfangspart über und erhöht das Tempo wieder.

Aber auch "Dead End" kann mich überzeugen, der geht in dieselbe Ecke wie "Iron Coffins", ein bisschen langsamer vielleicht, aber ansonsten ähnlich angesiedelt. Mit "Fragments/Shadow Of Death" ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Bei "Fragments" werden die Einflüsse von POSSESSED schon beim Opener-Riff sowas von deutlich, und man geht hier quasi denselben Weg wie beim Opener, nur umgekehrt. Kurze instrumentales Vorspiel, Song und dann Outro, aber im Form eines instrumentalen Parts. Melodie und schleppende, fast doomige Drumparts. Kommt schön bedrohlich, bevor man es dann beendet und ausfädelt.

Fazit

Wer auf alte Schule abfährt, nicht wirklich was Neues möchte und sich nach Zeiten zurücksehnt, als der Purismus noch im Vordergrund stand und Bands wie POSSESSED, SADUS oder MERCILESS abfeiert, ja dem kann ich "Through The Walls Of Flesh" wärmstens ans Herz legen. Zwar erreicht man nicht die Klasse der Heroes, aber es macht einen Heidenspaß, ihnen zuzuhören und man merkt, dass dieses Trio den Sound verinnerlicht hat und dieses in spielerische Leidenschaft umsetzt. Und mit "Iron Coffins" ist ihnen ein echtes Sahnestück gelungen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben