Endseeker - Flesh Hammer Prophecy

von Rüdiger Vinschen

Bewertung: 8/10

Endseeker - Flesh Hammer Prophecy

Bevor wir bald mit unserem Jahrespoll das abgelaufene Jahr 2017 Revue passieren lassen, wenden wir uns heute noch einmal einem Release zu, das nicht unerwähnt bleiben darf, habe ich doch dazu schon den hanseatischen Brüllkäfer Nr. 1 interviewt. Der sympathische Fünfer ENDSEEKER aus Hamburg hat im Oktober seine erste Langrille präsentiert, und bei Schweden-Death-Fans dürften deshalb nur wenige Augen und Hosen trocken geblieben sein. ENDSEEKER haben sich bereits mit der vorab ins Rennen geschickten EP "Corrosive Revelation" aus dem Stand an die Spitze der deutschen Old School Death-Bewegung katapultiert. Ja, im Songschreiber-Hirn von Hauptideenspender Jury Kummer lauern ganz exzellente Ideen, das beweisen sie mit "Flesh Hammer Prophecy" ein weiteres Mal. Ich feiere die Jungs ja schon dafür, dass sie live ein reell gespieltes Intro verwenden, anstatt irgendwas vom Band ablaufen zu lassen oder sich umzudrehen und einfach loszulegen. Eben jene Konzerteröffnung findet sich als "Into The Fire" auch hier wieder, bevor der Titeltrack gleich danach mächtig loslegt.

Es gibt kaum eine Band, die den maximal authentischen HM-2-Sound (der wird ja schließlich auch von einem Boss-Gerät erzeugt) so spielerisch einfach in neue Riff-Ideen umsetzen kann, wie ENDSEEKER. "Flesh Hammer Prophecy" kannst Du so durchlaufen lassen, da muss sich nichts hinter irgendwas verstecken. Wenn ich mich nicht ganz irre, hat die Schlagzahl gegenüber "Corrosive Revelation" leicht zugelegt, es wird mehr geshreddet und etwas weniger gegroovt. Meiner ganz bescheidenen Ansicht nach ist ein Nebeneffekt dessen, dass die Hooks etwas weniger drängend, etwas weniger eingängig sind als noch beim Vorgänger. Rückblickend betrachtet, hätte die EP damals noch ein Pünktchen mehr verdient gehabt. Das ist aber alles in Allem meckern auf ganz hohem Niveau, das muss man ganz klar sagen. Denn wenn man Songs wie "Worshipping The Bloodthirsty" serviert bekommt, was soll man dann noch tun, außer abzugehen wie das sprichwörtliche Zäpfchen?

ENDSEEKER machen auch keinen Hehl daraus, wer ihre Vorbilder sind, denen huldigen sie auch in Covern angemessen. Waren es bei der letzten Scheibe noch ENTOMBED, die mit einem Cover von "Supposed To Rot" geehrt wurden, so kommen dieses Mal die mächtigen BOLT THROWER an die Reihe, denen mit einer endgeilen Version von "Powder Burns" gehuldigt wird. Verstärkung ist dieses Mal übrigens auch mit an Bord, wer nicht komplett taub ist, wird feststellen, dass da noch eine andere Stimme bei "Black Star Rising" mitkrakeelt. Marc Grewe (bekannt von INSIDIOUS DISEASE und MORGOTH) ergänzt sich ganz fantastisch mit der wahnsinnig wütenden Walze von Lennys Organ. Ganz nebenbei sollte auch das wieder sehr kranke Video dazu mal angeschaut werden. Lohnt sich!

Anspieltipps: "Worshipping The Bloodthirsty", "Black Star Rising", "Possessed By The Flame"

Fazit

Wieder mal meisterlich. Ich persönlich finde zwar die Songs von der "Corrosive Revelation" noch ein Stück geiler, aber im Ganzen sind ENDSEEKER echte "All Killer, No Filler"-Vertreter. Diese Hanseaten darf man nicht nicht kennen. Die bluten Oldschool und kacken Metal. Das sieht man schon am wieder sehr geilen, im Schwarzweiß gehaltenen Cover. Purer, reiner Death Metal - kann man immer hören!

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