Endseeker - Flesh Hammer Prophecy

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 9/10

Endseeker - Flesh Hammer Prophecy

Jo, diese Sickos aus Hamburg dürften jedem Death Metal-Fan in Deutschland mittlerweile ein Begriff sein, denn seit ihrer Gründung spielen sie sich echt ihren Allerwertesten ab. Nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie einfach Bock drauf haben. F.D.A. Records war von Anfang an dabei. Mit der EP "Corrosive Revelation" haben sie die Messlatte auch für sich selber sehr hoch gelegt, und nun kommt also endlich das Debütalbum auf den Markt. Nachdem ich auf dem Coast Rock Festival Ende September dem Old School Death schön live mit ROTTEN CASKET und den genialen INTERMENT lauschen konnte, kommt mir dieses Album genau recht. Obwohl die Burschen sich BOLT THROWER ausgesucht haben, um eine Coverversion aufzunehmen, klingen sie so gar nicht nach dem Brexit-Sound, sondern fröhnen weiterhin schön dem Dødsmetall. Einmal in Hamburg auf die Fähre, die Elbe hoch, zur Nordsee raus und zack, schon ist man in Schweden. Und diese Nähe wird zu jeder Zeit spürbar.

Schon beim Intro "Into The Fire" fühlt man sich an glorreiche Tage von ENTOMBED und DISMEMBER erinnert, und mit "Flesh Hammer Prophecy" setzt man diesen Weg fort. Der Song hat eben alles, was die Stockholmschule zu bieten hat. Die Burschen haben dort ihr Abitur gemacht. Brutal, schnell, atmosphärisch, eingängig, aggressiv und natürlich mit dem entsprechenden Gitarrensound ausgestattet, so wie der Papa es mag. Nun, man mag sagen: "Kenne ich schon, hab' ich schon mal gehört", und dieses ist wahrscheinlich auch so, aber den Old School Death Metal muss man nicht neu erfinden, sondern einfach nur spüren, gut aufbereiten und genießen. Zu jeder Zeit des Albums spürt man die Leidenschaft und die Freude der fünf Hamburger Jungs, die zwar erst seit 2014 zusammen musizieren, aber vorher schon alle Erfahrungen in anderen Bands sammeln konnten oder noch können (DARK AGE, BURIED IN BLACK, AGARES, MEPHISTOPHELES, DEVASTATOR). Kollege Lenny, der olle Brüllwürfel und Frontmann der ebenfalls aus Hamburg stammenden Band DEVASTATOR, kotzt sein Innerstes nach außen, und es macht einfach nur Laune, ihm zuzuhören. Dieses gilt natürlich auch für die Instrumentenfraktion.

Denn trotz der Limitation der Musikrichtung bemüht man sich mit Erfolg um Abwechslung. Neben den typisch schwedischen Argumenten hört man auch britische Klänge á la BOLT THROWER ("Powder Burns"), und auch Freunde von CANNIBAL CORPSE dürfen sich über einige amerikanische Zitate freuen. Der Fokus liegt aber zu 90% auf dem guten, alten, schwedischen Sound, und das ist auch gut so. Ich kann da auch nichts Verwerfliches dran finden. Seinen Helden fröhnen und eigene Ideen mit einbauen? So soll es sein, wie ich finde. Ich will hier auch keinen Song herausnehmen, denn das Album ist durchgehend zu empfehlen. Die Produktion (gemischt und gemastert in den Chameleon Studios in Hamburg von Eike Freese) und das geile Cover des koreanischen Zeichners Albert Che reihen sich ein und runden das geile Gesamtpaket ab. Für alle Freunde des Old School Death Metal ein Pflichtkauf.

Fazit

ENDSEEKER beweisen, dass sie zu Recht hoch gehandelt werden und reihen sich ein. Death Metal aus Deutschland ist schon länger ernstzunehmen. DESERTED FEAR, LIFELESS, REVEL IN FLESH, DISCREATION, SLAUGHTERDAY, WEAK ASIDE, INCARCERATION, und wie sie alle heißen. ENDSEEKER ist definitiv ein fester Bestandteil dieser Szene. Als Gastsänger konnten sie Marc Grewe (MORGOTH) gewinnen, nur am Rande. Wieder einmal heißt es: Death Metal Victory!

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