Devastator - The Throne Belongs To Us

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 9/10

Devastator - The Throne Belongs To Us

Das Hamburger Schlachtschiff ist zurück. Die Gewaltakustikgruppe rund um ENDSEEKER-Frontman Lenny hat wieder zugeschlagen. Seit 2002 lärmen sie bereits im Underground herum, und auch ich durfte sie schon auf meiner heimischen Bühne sehen und auch schon mit ihnen zusammen zocken. Ansonsten knechteten sie bereits im Vorprogramm von Bands wie BELPHEGOR, VADER, ENTOMBED, PUNGENT STENCH oder KRISIUN, und auch das eine oder andere Festival wurde abgerissen. Nach dem Demo im Jahre 2004 veröffentlichte man im Jahre 2007 das Debütalbum namens "Beyond Massacre", und im Jahre 2013 Album Nummer zwei namens "Through Oceans Of Flesh", welches eine extreme Entwicklung darstellte. Nun also Album Nummer drei, und Kernkraftritter Records unterstützt die Burschen dabei.

Die Liebe zu Schlachtschiffen gilt es erneut zu präsentieren, und so wartet man natürlich mit einen Kriegsintro auf. Schlachtschiffklänge mit Untergangsankündigung. Ihr musikalisches Vorhaben wird auch ausgesprochen: "Kill them all, fire, fire!" Und ab dafür. "The Throne Belongs To Us" ist dann auch gleich der erste Song und leitet somit die Vernichtung ein. Sie selbst beschreiben sich wie folgt: "DEVASTATOR steht für brutalen, leidenschaftlichen Death Metal mit gnadenlosen und massiv energetischen Konzerten." Tja, und genau so ist es. Der Opener bietet alle Trademarks der Band. Mit einen VADER-lastigen Riff beginnt der Spaß. Gevatter Blastbeat steht an der Tagesordnung, Growls und Screams stehen an der Tagesordnung, wobei Lenny einen eigenen, absolut brutalen Stil entwickelt hat. Das Tempo wird gedrosselt, um dann wieder Fahrt aufzunehmen. Im Mittelpunkt des Songs steht der Refrainpart, den man sofort mitgrölen kann. "The Throne Belongs To Us" kommt im Midtempo daher, begleitet von einer rasselnden Doublebass. Geilomat.

Die restlichen Songs stehen dem Opener in nichts nach. Immer wieder bauen sie kleine Highlights mit ein und variieren das Tempo, so wie z.B. bei "Dread And Horror, Washed Ashore". Ein sehr schleppender Song, der aber brutal aus den Boxen kommt und natürlich auch in einem Inferno endet. Lennys Vocals sind wieder großartig hier und untermauern die Bedohlichkeit. Das Riffing ist technisch anspruchsvoll, ohne zu übertreiben. Das nachfolgende "Crushing Down" geht sofort in die Vollen, und wie auf dem ganzen Album muss man dem Drummer ein absolutes Kompliment aussprechen, besonders die Doublebass sitzt ohne Ende. Lenny screamt fast mit Pigsqueals, und ein Brettersolo darf auch nicht fehlen. Sicherlich darf man VADER als Einfluss nennen. Hier und da sind diese langgezogenen, melodischen Leads vorhanden, wobei DEVASTATOR sie nicht so konsequent zu Ende spielen, wie VADER. Bands wie CANNIBAL CORPSE, SUFFOCATION oder DYING FETUS sind auch rauszuhören, bei den ganz technischen Elementen auch die deutschen DEFEATED SANITY oder NECROPHAGIST. Vom Riffing her teilweise auch meine Götter von ORIGIN ( z.B. bei "Birth.Odyssey.Death.").

Leider zünden nicht alle Songs bei mir, muss ich sagen, aber hierbei handelt es sich um wenige Ausnahmen. Statt 13 Songs hätten es auch elf Granaten getan. Das ist aber schon das einzige Manko. Die Produktion ist schön drückend und zerstörend. Für Tierliebhaber kann ich den Song "Pork" empfehlen. Kleines Schweineintro und natürlich Pigsqueals von Lenny. Der Midtempo-Part ist hier absolut fett, und wieder überzeugen die rasselnden Doubelbass-Parts. An Ideen scheint es den Burschen nicht zu mangeln, hört Euch mal den kranken Song "Of Hatred And Void" an, der so ganz anders klingt, zumindest am Anfang, und dann natürlich in eine Vernichtungsmaschine übergeht. Blastbeat-Blitzgewitter und Groove. Herrlich. Und auch bei "76" geht es einfallsreich zu. Der abgehackte Mittelpart mit abgehackten Grunzern und Quiekern. Recht interessant.

Ja, was soll man sagen, wir sind alle Hamburger Jungs, hehe. Nee! Aber DEVASTATOR ist mit "The Throne Belongs To Us" eine schöne Mischung aus brutalem Death Metal und Technik gelungen. Sie beweisen, dass a) es auch in Deutschland geilen Death Metal mit Ideen gibt, und b) dass man technisch vorgehen kann, ohne sich die Finger abzufiedeln, sondern dieses komplett im Songwriting unterbringen kann. Besonders Lennys Gesang und die Drumarbeit von Eggi gefallen mir extrem gut. Der Bursche treibt die restliche Instrumentenfraktion ordentlich an, und diese nehmen die sportliche Aufgabe an und setzen sie positiv um.

Fazit

Ob ihnen der Thron zusteht, weiß ich nicht, auf jeden Fall sollte sich jeder, der sich Brutal Death Metal-Fan schimpft, das Teil zulegen. I love it!

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