Decaying - To Cross The Line

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

Decaying - To Cross The Line

Die spinnen, die Finnen. Gerade im Death Metal sind die Bands aus diesem kleinen skandinavischen Ländle ja immer eigene Wege gegangen. Ihre Art von Death Metal war immer sehr morbide und atmosphärisch. So ist es aber nicht bei DECAYING. Seid 2010 sind diese Burschen nun dabei und haben auf ihrer Reise weg von der finnischen Seenlandschaft das dritte Album im Gepäck, welches via F.D.A. Records die Welt erobern soll. Natürlich zocken drei Viertel der Mitglieder noch in anderen Kombos, wie z.B. ALTAR OF BETELGEUZE oder BRAINSPOON, aber von denen habe ich noch nie etwas gehört. Wahrscheinlich wäre es gut, wenn das Quartett sich auf DECAYING konzentrieren würde, denn gerade dieses dritte Album hat definitiv Zukunft. Wie gesagt, diese Finnen zocken eben nicht den typischen Sound ihrer Landsmänner, sondern gehen eher in Richtung Niederlande und ein wenig nach England. Vielleicht hat ja Bandgründer Matias dort ein Auslandsstudium betrieben, ich weiß es nicht.

Der Opener und CD-Namensgeber "To Cross The Line" kommt sehr doomig und midtempolastig aus den Boxen gekrochen und erinnert sofort vom Riffing her an BOLT THROWER. Nicht nur bei diesem Song standen die Engländer Pate. Das Riffing kommt teilweise sehr rockig daher. Macht Laune. Ab "From Shield To Storm" hört man aber, von wem und von welchen Bands DECAYING am meisten beeinflusst wurden, denn hier agieren sie mit zwei Sängern. Während der Hauptsänger schön passend tief growlt, könnte man meinen, dass der Zweitsänger der kleine Bruder von Martin van Drunen ist. Nee, Freunde, noch einen Martin verkraftet die Welt nicht, hehe, zumindest nicht auf einem Festival. So viel Bier kann man nicht kaufen, aber das nur am Rande. Und nicht nur er klingt eben wie Martin van Drunen, sondern auch musikalisch hat man sich zu 80% in die Niederlande begeben. Das Songwriting wird jeden glücklich machen, der zum Frühstück HAIL OF BULLETS hört, Mittags ewig lang ASPHYX verdaut und kurz vor dem Zubettgehen noch einmal GRAND SUPREME BLOOD COURT konsumiert. "From Shield To Storm" gefällt mir sehr gut, weil hier schön auch mal Gas gegeben wird und der Song so etwas von nach ASPHYX klingt. Wie oben schon besprochen, werden auch Zitate von BOLT THROWER verwendet. Und durch die melodischen Leads werden auch eigene Ideen eingebaut und auch ein wenig die finnische Herkunft untermauert, aber im Grunde kann man schon sagen, dass hier ein Martin van Drunen-Fanclub am Werke ist. Da ich ja auch gut mit dem Drinking Man kann, finde ich es nicht schlecht.

Besonders "Decadence" kann mich überzeugen. Geile Riffs, geile Melodie, Tempowechsel. Alles vorhanden. Starke Mischung aus Death und Doom mit ASPHYX-typischem Vorspieler, und ab dafür. Auch der Rest, wie z.B. "The First Objective" und "Nothing Is Free" kommt recht geil rüber. Meiner Meinung nach hätte man hier und da noch ein wenig mehr Gas geben können, aber ansonsten ballert das Album echt ordentlich, und die Boxen und meine Ohren gehen steil. Eine gute Mischung aus Death und Doom Metal. Natürlich kommt man vom Riffing und Songwriting nicht an ASPHYX und HAIL OF BULLETS heran, aber geil ist es trotzdem. Allerdings können mich auch nicht alle Songs überzeugen. Trotzdem sehr fett das Ganze.

Fazit

Und ab dafür. "Decadence" wird auf jeden Fall auf meinen Sport-MP3-Player landen und auch im Radio bei mir laufen. Freunde des Death und des Doom können ohne Bedenken losgehen und das Teil ordern.

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