Cyphonism - Obsidian Nothingness

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Cyphonism - Obsidian Nothingness

CYPHONISM haben mir ein schönes Package zusammengestellt. Alles das, was einen Reviewerherz höher schlagen lässt. CD, ein vernünftiges Anschreiben, Aufkleber. So, wie man es noch aus den guten alten Tagen kennt, als man noch freudig den Postkasten jeden Tag aufmachte, und nicht den Outlook-Explorer. Soviel am Rande. Die Burschen stammen aus unseren Breitengraden, genauer gesagt aus Wolfsburg, und musizieren seit 2011 zusammen herum. Betrachtet man die kurze Zeitspanne, muss man sagen, das sie schon einen ganz schönen Musikerverschleiß haben. Im Moment sind sie zu dritt, aber Musiker von DEMORED und VERY WICKED waren auch mal mit am Bord. Spielt aber ja auch keine Rolle. Wolfsburg ist ja in letzter Zeit wieder gut im Kommen, was sicherlich auch an CRYPTIC BROODs Steffen liegt, der ordentlich Konzerte organisiert. Bands wie CRYPTIC BROOD, DEMORED, PURGAMENTUM etc. sind neu entstanden und bringen neuen Wind in die VW-Stadt. Ansonsten kannte man ja nur PROTECTOR und eben PAPA GORE und VERY WICKED. Ok, Opa erzählt wieder vom Krieg, kommen wir jetzt zur Musik, und mit diesem Reim beende ich die Einleitung.

Das Trio Infernale hat sich überlegt, mal Death Metal zu machen, und das war meines Erachtens eine gute Idee. Das Ding erscheint in Eigenproduktion, was mich verwundert, da die Produktion sehr fett ist, zwar modern, aber nicht zu klinisch, und man Kernkraftritter Records gleich ums Eck hat. Und die Musik ist auch durchaus in Ordnung, keine Frage. Gleich der Opener "Hullbreach" kommt mit ordentlichem Tempo, geilen Riffs und dominanten Growls aus den Boxen geknallt. Schon fix, aber mit einem gewissen Grooveanteil. Dieses ist der Band auch absolut wichtig. Zwar holt man ganz gerne mal die Geschwindigkeitskeule heraus und blastet sich den Wolf, aber dieses alleine wäre ihnen zu recht zu stumpf, und so baut man immer wieder gelungene Grooves mit ein, die überhaupt nichts mit Slam Death Metal zu tun haben, sondern eben nur grooven, ohne stampfen zu müssen. Ich glaube, der Song "Dwelling In Deep Trenches" spricht ganz gut für das Album, denn hier wird die Mischung perfektioniert. Der Song groovt die ganze Zeit vor sich hin, schon beinahe hypnotisch und einschläfernd, bevor man am Ende die Knüppelstöcke entdeckt und mit hypnotischen Riffs draufloshämmert ohne Ende, um dann wieder zu grooven. Mir ist der Songs zwar zu lang und zu anstrengend, aber man merkt, dass die Burschen sich Gedanken über Songstrukturen und Abwechslung gemacht haben. Auch der Nachrichten-Sprechgesang am Ende des Songs spricht dafür.

Die Band selber beschreibt ihre Art wie folgt: "Im Fokus stehen grooveorientierte Songstrukturen, die durch gelegentliche Blastbeats aufgebrochen und mit atmosphärischen Interludes bereichert werden. Die moderne Klarheit der Produktion findet in einem fast schon knarzig-ranzigen Gitarren/Basssound einen oldschooligen Gegenpart". Tja, was soll ich dazu noch sagen, kann man so stehen lassen. Ich habe den Bass schon mehr knarzen gehört, aber ansonsten stimmt das natürlich alles, ist ja klar. Die Songs wurden auch geschickt auf dem Album verteilt. Auf eine schnelle und brutale Midtemponummer wie z.B. "Sacrifice The Heart Of Life" folgt ein grooviges Stück: "Chronophobia". Zufall wird anders geschrieben. Immer wieder fallen einem die hypnotischen Riffs auf, die sehr in die Post-Ecke gehen, mir aber nicht immer so gefallen. Ich hoffe mal, dass diese in Zukunft nicht die Oberhand gewinnen, denn diese Mischung, so wie sie auf "Obsidian Nothingness" vorhanden ist, gefällt mir ganz gut.

Fazit

Nicht alle Grooves zerstören die Eingeweide, aber für ein Debüt ist der Spaß mehr als ok. Besonders die aggressive Doublebass sagt mir zu. Gutes, aber auch noch ausbaufähiges Album. Man darf gespannt sein, wie es mit CYPHONISM weitergeht!

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