ColdCell - Those

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

ColdCell - Those

Oha, starker Tobak, der mir hier angeboten wird, muss ich schon sagen, aber mal von vorne an. COLDCELL wurde 2012 aus der Asche von ATRIAS, einem Baseler Black Metal-Urgestein, gegründet. 2013 erschien dann das Debüt namens "Gravity Abomination" bei Gravity Entertainment, und 2015 das Nachfolgewerk "Lowlife" via Avantgarde Music. Mittlerweile ist man bei Czar Of Crickets Records gelandet, und nun also Album Nummer drei. Langsam und schleppend geht es bei "Growing Girth" los. Ein langgezogener Part, sehr düster. Dann die grimmigen Vocals drauf, und die Drums setzen im langsamen Midtempo an. Sehr avantgardistisch und atmosphärisch geht man zu Werke, bevor man die Blastbeat-Kelle herausholt, dabei aber auch immer irgendwie atmosphärisch bleibt. Eine Synthie-Passage setzt ein und bringt einen kleinen, psychotisch angehauchten Touch in die Angelegenheit. Danach schleppt man sich krank durch die Botanik, wobei man den Gesang mit ängstlichen Screams untermauert. Klingt gut und wirklich bedrohlich. Danach gibt es wieder ordentlich was auf die Glocke. Schönes, schnelles Tempo. Am Ende wieder psychotisch. Wie gesagter, starker Tobak, zumal ich ja auch eher dem Death Metal zugeneigt bin, und wenn Black Metal, dann straight und direkt á la MARDUK.

"Entity I" geht am Anfang teilweise in die psychedelische Ecke und scheppert so vor sich hin. Klingt teilweise episch und atmosphärisch, ist aber dann relativ schnell zu Ende. "Seize The Whole" kommt mit einem schönen, cleanen Anfangspart daher. Herrlich verträumt, episch und im Hintergrund auch bedrohlich. Diese Beharrlichkeit endet nach einer Minute und typisches Black Metal-Geschredder setzt ein, gepaart mit Blastbeat-Attacken. Sehr feiner Übergang. Dann wechselt man in einen langsamen Mittelpart, um diesen wieder wegzuballern. Das Tempo wird schön hoch gehalten, gefällt mir gut. Wieder ein Wechsel in einen langsam vorgetragenen Part. Die Doublebass klingt sehr fett dabei. Der Part zieht sich aber meines Erachtens nach zu lang hin, auch wenn der Gesang sich ändert. Am Ende kommt wieder die Vernichtungskelle. Halleluja! Komischer Aufschrei, und mit bedrohlichen Klängen und Glockenschlägen endet das Stück.

So haut sich der Meister durch das ganze Album durch. Dass der gute ATRIAS nicht erst seit gestern Black Metal hört und auch macht, hört man an jeder Ecke dieses Albums. Die Mischung knallt ganz ordentlich, denn Langeweile kommt nie auf, dafür sorgen die Geschwindigkeitswechsel. Langsame, mittelschnelle und schnelle Parts stehen in einem guten Verhältnis zueinander. COLDCELL mischen Doom, psychotisch-psychedelische Synthie-Passagen, Industrialklänge und Elemente aus dem Rock (wie sie es nennen: "Swiss - German Extreme Rock'n'Roll") miteinander. Diese Melange wird zum atmosphärischen Black Metal beigetragen, und fertig ist der Stil von COLDCELL. Weit ab vom Mainstream, aber auch nicht total ausgewimpt.

Fazit

COLDCELL ist wirklich ein gutes atmosphärisches Black Metal-Album gelungen. Ich werde dadurch sicherlich nicht zum großen Black Metal-Liebhaber, aber ich muss sagen, dass mich das Album auf seine Reise mitgenommen hat. Wer auf diese Art von Musik abfährt, wird die Band eh lieben und sich das Album holen. Und das zu Recht.

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