Arroganz - Primitiv

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 9/10

Arroganz - Primitiv

Das Trio Infernale aus Cottbus ist seit dem Jahre 2011 nicht mehr wegzudenken von den heimischen Bühnen. Nach dem Debütalbum "Dark And Deathless" zocken sie eigentlich überall, und besonders der Nachfolger "Kaos.Kult.Kreation" hat mich persönlich schwer begeistert. Eine absolut geile Mischung aus Death und Black Metal. Man sollte noch erwähnen, dass die drei Protagonisten absolut sympathische Zeitgenossen sind, aber das nur am Rande. Fast zehn Jahre nach Bandgründung (2008) folgt nun also das vierte Album, wieder einmal via F.D.A. Records.

Mein lieber Herr Gesangsverein, sind die Songs düster. "Pilgrim" legt mit einem schnellen Drumpart und absolut düsteren Riffs los und schleppt sich dann durch die Botanik, schon fast im Doombereich, und erhöht hier und da das Tempo. Blasts etc. sind völlig außen vor. ARROGANZ legen hier Wert auf Atmosphäre, die schön dunkel und blasphemisch daherkommt. "Obliviate" fängt genauso an. Zäh wie Leder treibt man den Song im Doombereich vorwärts, wobei man eine sehr melancholische Melodie verwendet, die sich durch den Song zieht. Der pechschwarze Gesang und  das langsame Drumming runden den Spaß ab, bevor man das Riff und das Tempo wechselt. Midtempo wird zelebriert, dabei herrliches Riffing verwendet. Schöner Uftata-Part, und ab geht Luzifer. Auffallend ist die drückende und rabenschwarze Produktion, welche die vorhandene Atmosphäre absolut unterstützt.

"Strait Paths & Grave Walls" kommt mit einem fast schon düster romantischen Anfangspart daher, bevor die Hölle losbricht. Schöner deathmetallischer Ballerpart, gefolgt von Midtempo, und wieder Ballerpart. Das Riff wird weiter verwendet, nur der Drummer gibt Gummi. Natürlich wechselt man wieder zur Geschwindigkeitsdrosselung, wobei man auf einmal einen anderen Gitarrensound verwendet, um dann wieder die Geschwindigkeit zu erhöhen. Schleppend und vor allem düster geht es dann weiter. So geht es hin und her. Absolut einfallsreich. "Another God, Dead" geht ab wie die Feuerwehr, der Begriff Satan ist des öfteren zu vernehmen, und ruckzuck ist man wieder im doomigen Bereich, welcher absolut bedrohlich auf den Hörer wirkt. Auch hier variieren sie schön mit dem Tempo. Dabei klingt das Riffing immer primitiv, ist es aber nicht. Von der Dunkelheit und Bedrohlichkeit her erinnert mich das Album irgendwie an die beiden Schweizer von BÖLZER. Als reinen Blackened Death kann man "Primitiv" wohl nicht bezeichnen. Ein Klumpen Dunkelheit, gepaart mit aggressiven, death-black-metallischen Klängen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es doch noch dunkler als schwarz geht und haben diese Variante "Vantablack" genannt - wahrscheinlich haben sie beim Experimentieren "Primitiv" gehört. Der Refrainpart bei "Cortege" ist sowas von böse.

Fazit

Ich stehe normalerweise ja auf schönstes Geballer, aber "Primitiv" hat mich absolut mitgenommen auf eine Reise in die Abgründe meiner Seele. Als Gastmusiker konnte man Johan Jansson (INTERMENT, MOONDARK etc.), Dreier (PURGATORY) und van der Lubbe (ex- LEMMY PROJECT) gewinnen. Hat die Band nicht nötig, zeigt aber die Akzeptanz, die ARROGANZ mittlerweile in der Szene genießt. Kaufen!

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