Antichrist - Sinful Birth

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 7/10

Antichrist - Sinful Birth

Diese Schweden aus den bekannten Örtchen Växjö zelebrieren schon seit 2005 gemeinsam ihr musikalisches Schaffen. Wie das bei Schweden so üblich ist, haben die Protagonisten der Vereinigung auch noch die eine oder andereweitere Baustelle. Entweder ist diese erledigt, oder noch in der Verwirklichung. Baustellen sind und waren u.a. EVISCERATED, GRAVELESS, THE ROTTING, AWKEN HORROR, VECROVATION oder WITCHGRAVE. Zugegeben, nicht die bekanntesten, aber die eins oder andere Band habe ich auch schon in akustischer Form gehört. Sei es drum. Das Quintett liefert nun das zweite Album, wobei das Debüt bereits im Jahre 2011 erschienen ist. 2013 kam noch 'ne Single raus, und das war es. Nun also Album Nummer zwei via I Hate. Glaubt man den Metal Archives, gibt es nur acht Bands mit den Namen ANTICHRIST. Hätte mehr erwartet.

Wie gesagt, hier handelt es sich um die schwedischen Vertreter, und die machen sehr viel richtig, definitiv. Die Vocals reichen von aggressivem Kram bis zu hohen Schreien und zerstören so jeden Gitarrenpart, aber positiv gesehen. Musikalisch mischen die Burschen Thrash und Speed Metal, und da hauen sie natürlich in die ganz alte Kerbe, das ist klar. Gut Ding will Weile haben, und so ist es wohl auch in diesem Falle zu verstehen, denn was die Burschen hier abliefern, ist großes Tennis, sofern man auf die alte Thrash/Speed-Schiene abfährt. Soundtechnisch bietet man einen alten Klang, aber was die Burschen an den Instrumenten zaubern, ist schon technisch auf gutem Niveau. Bis auf das Zehn-Minuten-Stück "Chernobyl 1986" ballert man sich ganz ordentlich durch's Geäst. Ein cooles Riff jagt das nächste. Kleine Vorspieler und dann Thrash-Vollgas, immer wieder mit Tempowechsel versehen und eben typischen, alten Thrash-Riffs. Natürlich dürfen die Helden von SLAYER nicht unerwähnt bleiben. Ok, hat zwar jeder Zweite mit drin, ist ja auch klar, aber so ist das nun einmal. Der Song "Sinful Birth" ist wohl das beste Beispiel dafür, aber auch in anderen Songs sind Parallelen zu erkennen.

Was irgendwie richtig geil rüberkommt, ist die Räudigkeit des Songwritings und eben der Produktion. Sicherlich ist das alles nicht neu, im Gegenteil. Viele Elemente kennt man schon von Bands wie KREATOR oder TESTAMENT, trotzdem hat das Ganze ein gewisses Flair. Man fühlt sich an das Ende der Achtziger erinnert oder an die frühen Neunziger. vom infernalistischen Faktor her oder auch sonst fühlt man sich bei Songs wie "Under The Cross" auch mit DESTRUCTION verbunden. Wie oben schon bemerkt, wird der ganz Spaß von der Gitarrenfraktion aber nicht nur stumpf vorgetragen, sondern recht frickelig und somit technisch anspruchsvoll. Nicht alles kann zu hundert Prozent überzeugen, aber im Großen und Ganzen machen sie Spaß. "Chernobyl 1986" ist mir persönlich mit seinen zehn Minuten zu lang, auch wenn sie mit guten Parts aufwarten können.

Fazit

Was den Burschen fehlt, ist der eine oder andere richtige Hit. So 'ne kongeniale Singleauskopplung, das wäre was, damit könnte man weiter nach vorne kommen. Dieses Manko ist vorhanden, aber ansonsten machen sie überwiegend einfach nur Spaß. Hört mal rein, es lohnt sich.

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