Andi The Wicked - Freak On Frets

von Hans H.

Bewertung: 9/10

Andi The Wicked - Freak On Frets

Wer kennt das noch? Anlagenverstärker auf 11 stellen, in seinem Lieblingssessel niederlassen, eine frisch geöffnete Dose Fassbrause neben sich und auf dem Plattenteller dreht sich eine von den scheinbar unzähligen Gitarrensolisten-LPs der 80er Jahre. Wie hießen sie nicht alle: The Great Kat, Tony MacAlpine, Steve Vai, Joe Satriani, Marty Friedman, Kane Roberts, Jeff Beck... Lange ist es her, dass solche Interpreten so eine Lobby hatten. Es mag sie noch heute geben, die Instrumental-Scheibe, aber als der Metal von der Musikindustrie zu Grabe getragen wurde und man auf den LPs stellenweise nicht einmal mehr ein Gitarrensolo gehört hat, ist es in der Presse relativ ruhig um die Saitenhexer geworden.

Darum ist es jetzt an der Zeit, Andreas Dötsch alias ANDI THE WICKED vorzustellen. Der 1985 geborene Gitarrist genoss eine klassische Ausbildung am Klavier und als Toningenieur, machte sich einen Namen als Studio-, Messe- und Livegitarrist für verschiedene Firmen und Bands (THE WICKED CHAMBERS, STEELPREACHER, NAVEIA, HORIZON und viele mehr), und jetzt verwirklicht Andi sich selbst mit "Freak On Frets". Das Album beherbergt acht Songs, die bandorientiert geschrieben wurden. Wer eine ruhige Nummer sucht, der sucht vergebens. Es sind wohl einige ruhigere Parts vorhanden, aber meistens wird Gas gegeben, doch Harmonien und Melodien stehen immer im Vordergrund. Wenn die Songs Text hätten, könnte man gut mitsingen. Die Tracks haben einen starken Wiedererkennungswert und sind auf eine gewisse Weise eingängig, so dass auch der Nichtmusiker an dem Album Gefallen finden kann, ohne von zuviel Technik und Gefiedel erschlagen zu werden. Wenn sich jemand für das Album interessiert, sollte er bei dem Kauf aufpassen, denn es gibt eine Vier-Track-EP, die ebenfalls "Freak On Frets" heißt und mit den Songs "That Rocks", "The Shark Song", "Threat" und "Porn" bestückt ist.

Anspieltipp: "That Rocks" - der Name ist Programm!

Fazit

Diese Scheibe eignet sich nicht unbedingt zum Party machen, sondern eher zum Chillen, als Soundtrack zu einem guten Buch, und im Auto funktioniert das Album stimmungsmäßig auch sehr gut. Kurzum, das ist Musik, die nachhaltig ist und genossen werden kann. "Freak On Frets" ist eine sehr gelungene Abwechslung in dem sich doch immer mehr ähnelnden Metal-Zirkus.

Zurück

Einen Kommentar schreiben