And There Will Be Blood - Obitus

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 8/10

And There Will Be Blood - Obitus

Die noch recht junge Combo aus Osnabrück lärmt bereits seit 2011 zusammen und konnte nach zwei EPs ("Fight" von 2011 und "Opressor" von 2013) einen Deal mit Deafground Records egattern. Im Jahre 2016 begann man mit der Produktion, und nun wird das Debüt halt über das Label veröffentlicht. Ob die Burschen sich nach dem Film "And There Will Be Blood" benannt haben, weiß ich nicht, aber vorgenommen haben sie sich einiges, und das Label haut beim Anschreiben auch ganz schön auf die Kacke: "Wenn der Tod und der Regenbogen zusammen feiern gehen könnten, würden sie es im Norden tun." Diese Aussage kann ich als Nordlicht und Ostfriese natürlich nur bestätigen, aber hier geht es ja um das Debüt von AND THERE WILL BE BLOOD. "Hell is open / Devil is near / Innocent blood was shed / The tyrant is here", so lautet und klingt es beim Opener, der alles mit sich bringt, was die Band zu bieten hat. Deathcore melodischer Art wird hier geboten, und besonders der Opener kann mich überzeugen. Doppelter Gesang (Screams und Grunzvocals) bieten eine schöne Abwechslung. Technische vorgetragene Riffs, die hängen bleiben und dabei sehr melodisch klingen, und vor allem der absolut fette Refrainpart, das sitzt wie die Faust auf's Auge. Eingängig hoch zehn. Kann man sofort mitgrölen und dürfte live besonders überzeugen.

Abwechslungsreich ist irgendwie auch das Stichwort. Denkt man am Anfang erst, es handelt sich um eine weitere, nichtssagende Metalcoreband, so sieht man schnell ein, dass man sich auf dem Holzweg befindet, denn sie bedienen auch alte Hasen und Old School Death Metal-Fans wie mich. Sicherlich sind die typischen Metalcore-Elemente vorhanden, und diese überzeugen mich auch nicht immer, da ich nicht unbedingt ein Fan dieser Richtung bin und ATWBB diese auch recht vertrackt vortragen, so wie z.b. bei "These Numbers Blur" oder "Belial", aber zum Glück variieren sie ihren Style. Sehr viele melodische Elemente werden mit eingebracht, und dieses steht ihnen sehr gut zu Gesicht, muss man sagen. Diese werden des Öfteren mit Death Metal kombiniert, wie z.B. bei "Orphan", und diese Vermengung der Subgenres sagt mir persönlich schon eher zu. Auch moderner Death Metal wird verbraten, und der erhöht den Aggressionslevel enorm.

Die Burschen haben ein eigenständiges Konzept entwickelt und bringen alles unter, worauf sie Bock haben, sogar teilweise Brutal Death. Blastbeats finden ihren Weg, genau wie elektronische Klänge oder Keyboardpassagen, und vor allem immer wieder angedrehte Breaks. ATWBB agieren technisch auf einem hohen Niveau, welches das Zuhören nicht immer ganz einfach macht, aber der Fluss geht nie verloren, und so findet man immer wieder den roten Faden. Absolute Abwechslung ist bei "Obitus" angesagt, denn irgendwie findet man bei jedem Song etwas Anderes.

Fazit

Definitiv kein Album zum direkten Abgehen. Ich habe es jetzt wie immer drei Mal durchgehört und habe sicherlich immer noch nicht alles entdeckt. Ich als bekennender Nichtliebhaber des Metalcores muss sagen, dass dieses Album überwiegend knallt. Besonders der Opener "Hell Is Open" haut mich um, aber auch Songs wie "Last Breath" oder "Blackness" nehmen mich mit auf die Reise!

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