Anarchos - Invocation Of Moribund Spirits

von Michael "Ear Terror" Eden

Bewertung: 6/10

Anarchos - Invocation Of Moribund Spirits

Mit der Kombo aus den Niederlanden habe ich schon einmal zusammen gespielt und besonders mit Sänger Frank einen geilen, leicht angeheiterten Abend gehabt. Ihn habe ich auch des öfteren auf anderen Veranstaltungen getroffen, u.a. auch auf dem Party.San. Umso mehr hat es mich gewundert, dass er nicht mehr dabei ist. Schade. Seit 2010 sind die ANARCHOS schon dabei und schon lange keine Frischlinge mehr. Die Members gurken ansonsten noch bei ETERNAL SOLSTICE (sind auch wieder aktiv, geilomat), BURNING HATRED oder ULCERATE FESTER. 2012 schmiss man ein Demo auf den Markt, 2014 eine EP, und nun das Debüt via Blood Harvest Records. Die Liebe zum Tod und zum Okkulten wird wieder einmal textlich verarbeitet, kommt aber auch in der Musik zum Tragen. Als Transportmittel haben sich die Niederländer den guten, alten Death Metal ausgesucht. Passt natürlich. Die Produktion ist schön schmutzig und dreckig und auf alt getrimmt, aber nicht unverständlich. So muss eben oldschooliger Sound klingen. Nicht so klinisch wie die meisten Bands heute. Dreckig, aber differenziert. Läuft.

Was dem Album fehlt, ist a) so ein richtiger Gassenhauer, also ein Hit, ein Song, der sofort hängen bleibt und man sagt: "Geil, ANARCHOS", und b) ein wenig die Abwechslung. Das Album flutscht so durch und klingt relativ gleichförmig. Dieses sind zwar zwei nicht eben unrelevante Kritikpunkte, mindern meinen Hörspaß aber nur gering. Ansonsten sind sie zugleich aggressiv und atmosphärisch. Die ersten beiden Songs sind irgendwie gut, aber fliegen förmlich an mir vorbei. Mit "Retribution Of The Doomed" zeigen sie aber in knappen viereinhalb Minuten, wie geil eben Death Metal sein kann. Midtemporiff und langsame Drums, Vorspieler, und dann in zügige Gewässer. Und dann immer die schwedischen Riffs drauf. Solo darf nicht fehlen. Macht Laune. Besonders, wenn die Burschen in atmosphärische Elemente übergehen, klingen sie lecker. Diese typischen Schwedendeath-Parts, langgezogen und melodisch, teilweise mit Soli behaftet, klingen eben immer irgendwie geil für mich, wie z.B. beim Song "Initiating Lawless Rites". Flutscht ordentlich. Und so knüppelt man sich durch neun Songs und 39 Minuten, immer gut, aber eben nie hervorragend. Schön düster und ein wenig morbide. Tempowechsel, aber ohne die Blastbeat-Keule rauszuholen. Immer wieder mit kleinen Highlights versehen, so wie das Break und das "Argh" bei "Through Whom They Crawl", um dann Gummi zu geben. Oder der schöne, derbe Anfangsgesang bei "Dominions Of Blasphemy", der dann in ordentliches Geknüppel übergeht.

Fazit

Verkehrt machen kann man bei einem Kauf definitiv nichts, sofern man auf alten und düsteren Death Metal steht. Mit "Invocation Of Moribund Spirits" ist den ANARCHOS ein gutes Death Metal-Album dunkler Machart gelungen, aber definitiv mit Platz nach oben!

Zurück

Einen Kommentar schreiben